• Sabrina Brune

Tipps für den Einstieg – was braucht man zum BARFen?

Tipps für den Einstieg – was braucht man zum BARFen?

Um stressfrei zu BARFen, benötigt man ein paar Dinge aber keine Panik. Das meiste hat man Zuhause.

In meinem ersten Blogartikel gehe ich darauf ein, welches Equipment zum BARFen unerlässlich ist und ich möchte ein paar Tipps weitergeben wie man sich das Leben erleichtern kann.



Messer:

Ein gutes Messer ist Pflicht. Da es immer ratsam ist das Fleisch in großen Stücken zu erwerben (warum das so ist, werde ich in meinem nächsten Blogartikel erläutern), sollte das Fleisch auf Portionsgröße gebracht werden. Dies gestaltet sich wesentlich angenehmer mit einem scharfen Messer. Optional kann eine Geflügelschere recht praktisch sein, vor allem wenn die Rohfleischknochenportion zu groß ist.



Insidertipp:

Ich liebe meinen elektrischen Fleischwolf! Hauptsächlich Katzen- oder Kleinhundebesitzer werden dieses Gimmick zu schätzen wissen. Da es gerade bei kleineren Tieren sinnvoll ist ein Komplettfutter für mehrere Tage oder sogar Wochen anzumischen, erspart man sich langwierige Schneidearbeiten.

Gefriertruhe/Gefrierschrank

In den wenigsten Fällen möchte der Tierbesitzer regelmäßig losziehen, um Futterfleisch etc. zu kaufen. Die meisten nutzen lokale BARF-Shops, Schlachtbetriebe, online Handel oder Supermärkte.

Gerade bei der Onlinebestellung macht es Sinn eine größere Menge abzunehmen. Neben dem Aufwand und den Kosten, versenden viele Onlineshops erst ab einer gewissen Paketauslastung, um vorzeitiges Auftauen der Ware zu vermeiden. Hierfür ist eine gewisse Gefrierkapazität unerlässlich. Hunde- und Katzenbesitzer, die ihre Tiere mit einem Komplettfutter versorgen, werden früher oder später auch über eine Gefriermöglichkeit nachdenken, denn vor allem Katzen neigen dazu länger gelagertes Futter (Kühlschrank) nicht mehr annehmen zu wollen.

Küchenwaage

Ihr Hund soll 250 g Fleisch, 45 g Gemüse etc. bekommen? Es muss nicht auf das Gramm genau ausgewogen werden aber eine Küchenwaage ist schon sehr sinnvoll. Für Zusätze (vor allem bei Krankheiten) kann eine Feinwaage oder kleine Dosierlöffel hilfreich sein.

Mixer/Pürierstab/Reibe

Damit Hunde oder Katzen Nährstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln verwerten können, müssen die Zellwende vorab zerstört werden. Hierzu eignet sich ein Mixer hervorragend. Bei weicheren Pflanzenbestandteilen kann auch ein Pürierstab gute Dienste leisten. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn eine größere Portion Obst-Gemüse-Mix hergestellt werden soll, z.B. um einen Teil einzufrieren. Für alle, die gute Nerven haben oder jeden Tag Gemüse und Obst frisch zubereiten möchten, ist eine Küchenreibe eine gute Wahl, da hier der Reinigungsaufwand geringer ist.

Und nun kommen wir zu den Dingen, die man nicht kaufen kann:


Geduld

Die aller wenigsten Hunde haben ein Problem damit auf BARF umgestellt zu werden. Jedoch können Katzen etwas undankbarer sein und ein euphorisches Herrchen oder Frauchen etwas verdattert anschauen, wenn da auf einmal rohes Fleisch im Napf liegt. Gerade bei Katzen, die ausschließlich mit Trockenfutter ernährt wurden, kann es ein wenig dauern bis man sie auf den Geschmack gebracht hat aber es lohnt sich hartnäckig zu bleiben. Bei Problemen mit der Akzeptanz gebe ich Ihnen auch gerne individuelle Tipps und Tricks wie auch der mäkeligste Vierbeiner überzeugt werden kann.

Geduld II

Gerade zu beginn des BARFens machen Haustierbesitzer den Fehler und kaufen alle möglichen Fleischsorten ein und dann auch noch in großen Mengen. Ganz unangenehm wird es wenn dann auch noch mehrere Kilo Komplettfutter zusammen gemischt wurden und am Ende stellt sich heraus, dass die liebe Katze Rind gar nicht mag. Und wohin nun mit dem Futter? Besser ist es Neues erst einmal in kleinen Mengen zu testen und das Fleisch sortenrein zu verfüttern, also kein Huhn mit Rind mischen etc., bis man ein Gefühl für sein Tier entwickelt hat, was es mag und vor allem bei Allergikertieren: ob es das auch verträgt.

Insidertipp I: Ein Großteil meiner Katzen sind keine großen Fans von rotem Fleisch. Rind wird nur wiederwillig gefressen und von Wild wird hier auch nicht viel gehalten. Da es aber notwendig ist, auch mal etwas Varianz in den Futterplan zu bringen, erstelle ich für die Katzenfraktion mindestens zwei verschiedene Komplettfuttermixe mit unterschiedlichen Zutaten. In einem Mix werden dann die beliebten Fleischsorten auch mal mit etwas Unbeliebterem gemischt. Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen bekommt man Abwechslung in den Napf, was gerade bei Katzen ein wichtiger Aspekt ist, denn wer kennt es nicht, die Katze frisst an einem Tag ihr Futter mit Vorliebe und am nächsten Tag wird man angesehen als wolle man sie vergiften. Zum anderen gehen die allermeisten Samtpfoten auf diesen Kompromiss ein und fressen auch mal den öden Fisch der als Alleinkomponente verschmäht worden wäre.


Insidertipp II: Auch dieser Tipp geht vor allem an die Katzenbesitzer. Sie möchten gerne einen neuen BARF-Anbieter ausprobieren?

Super, aber denken Sie immer an Ihre Katze.

Es gibt Katzen, die gewisse Fleischhändler boykottieren. Vermutlich riecht das Fleisch durch die Verarbeitung etwas strenger und da Katzen nun mal keine Aasfresser sind, wird dieses Fleisch abgelehnt. Sollte dieser Fall eintreten, hilft es häufig dieses Fleisch mit einem anderem zu „strecken“ und in Zukunft dort nicht mehr zu bestellen. Was tut man nicht für seine Prinzessin oder seinen Prinzen? Auch habe ich tatsächlich die Erfahrungen gemacht, dass bei vielen Katzen gewolftes Fleisch absolut nicht gut ankommt. Hier hat es sich gezeigt, dass Katzen das Fleisch viel besser annehmen, wenn man es Zuhause selbst wolft oder in Stücke schneidet.

Respekt

Respekt sollte immer ein wichtiger Aspekt sein, jedoch kann man nicht häufig genug daran erinnern. Gerade im Netz werden häufig kleine Meinungskriege ausgefochten. Da wird der BARFer als verantwortungslos betitelt und in einer anderen Runde der Halter mit dem Trockenfutter beschimpft. Ich wünsche mir, dass wir uns alle viel sachlicher und respektvoller mit diesem Thema beschäftigen. Es ist eine Version sein Tier zu füttern. Meiner Meinung nach ist BARFen DIE Art seinen Hund oder seine Katze artgerecht und gesund zu ernähren aber es muss nicht für jeden Tierhalter die BESTE Art sein.


Respekt – auch für Schlachttiere Ich finde das Wort eigentlich schon schlimm aber noch schlimmer finde ich, wenn man mit tierischen Produkten verschwenderisch umgeht und nur das „gute“ Fleisch Verwendung findet. Nicht nur, dass es nach dem BARF-Konzept nicht vorgesehen ist nur eine gewisse Fleischsorte zu verfüttern, ist es auch ethisch nicht vertretbar seinem gesunden Hund oder seiner gesunden Katze ausschließlich Hühnerbrust oder Rinderfilet zu füttern. Es gibt viele Fleischsorten, die sich gut eignen und nicht (mehr) für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, wie z.B. Kopf- oder Saumfleisch. Des Weiteren bitte ich zu überdenken, ob es wirklich nötig ist seiner Katze Tiefkühlmäuse anzubieten. Diese Tiere werden ausschließlich für diesen Zweck gezüchtet und getötet und das leider nicht nur unter guten Umständen. Sollen ganze Beutetiere in den Futterplan integriert werden, kann eventuell auf Eintagsküken zurückgegriffen werden. Es ist zwar auch nicht schön aber diese Tiere werden bei der Eierproduktion aussortiert und erfüllen im Napf einen besseren Zweck anstatt als Dünger auf einem Feld. Wie Sie vielleicht selbst feststellen ist das ein sensibles Thema und ich fände es toll wenn man ein Bewusstsein dafür entwickelt, welche Verantwortung wir alle tragen.

Und zu guter Letzt brauchen wir eine große Portion Humor. Die Katze hat beschlossen heute Ihr Futter erst zu bejagen bevor sie es frisst. Der Hund geht mit seinem ersten ganzen Hering lieber in seinem Hundebett kuscheln bevor ihm klar wird, dass es nicht zum Spaß in seinem Fressnapf lag (tatsächlich selbst erlebt). Mit einer gesunden Portion Humor ist alles halb so schlimm und irgendwie macht es dann auch noch Spaß seinen Lieblingen beim genüsslichen Schmatzen zuzusehen. Und ich behaupte mal, dass man als Tierhalter von Natur aus schon mit einem dicken Paket Humor ausgestattet ist :-D


In diesem Sinne wünsche ich Euch allen noch eine lustige Zeit mit Euren Vierbeinern Eure Sabrina von MainBARF.de

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